Zwei Personen sitzen in einem hellen Büro und unterhalten sich an einem Schreibtisch.

Um ihr Leben selbst bestimmen zu können, brauchen Menschen manchmal eine Beratung. In Nordrhein-Westfalen gibt es viele Beratungsangebote von verschiedensten Organisationen. Im neuen Bundesteilhabegesetz (BTHG) steht, dass es über die bereits bestehenden Angebote hinaus eine „unabhängige Teilhabeberatung“ (§32 SGB IX neu) geben soll. Für die Einrichtung dieser unabhängigen Teilhabeberatung stellt die Bundesregierung Geld zur Verfügung.

Die Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben (kurz KSL) haben eine Meinung zu der Ausgestaltung der unabhängigen Teilhabeberatungsstellen und fordern:

  • Die Beratung muss unabhängig von Trägerinteressen sein. Die Anbieter der Beratung dürfen keine anderen Angebote in der Behindertenhilfe haben.
  • Die Beratung muss parteiisch sein. Die Wünsche und Ziele der Ratsuchenden sind das Wichtigste.
  • Die Beratung muss stärkend und unterstützend sein. Menschen mit Behinderungen sollen durch Menschen mit Behinderungen beraten werden (Peer Counseling).
  • Die Beratung muss barrierefrei sein. Jeder Mensch mit Behinderung der Beratung will, muss diese Beratung bekommen können.
  • Die Beratung muss sich an den Grundsätzen der UN-Behindertenrechtskonvention ausrichten. Die Beratung soll Selbstbestimmung stärken und Inklusion verbessern.
  • Die Beratung muss professionell sein. Die Beratenden müssen wissen was sie tun und eine Beratungsausbildung haben.

Aus diesen Gründen sind die KSL der Meinung, dass die Selbsthilfe von Menschen mit Behinderungen diese Beratung durchführen soll. Die Selbsthilfe kann dies auch zusammen mit anderen Organisationen und Einrichtungen machen.

Unterstützung der zukünftigen ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungsstellen

Die KSL wollen als ‚Ankerpunkte‘ in der ‚neuen Beratungslandschaft‘ fungieren und somit eine effektive Vernetzung der neuen Beratungsangebote sicherstellen.

Die KSL können daher über die Antragsphase hinaus die folgenden vier Funktionen übernehmen:

  • Unterstützungsfunktion: Die Kompetenzzentren nutzen ihre Expertisen und beraten und unterstützen die zu schaffenden Beratungsangebote, insbesondere bezüglich des Peer Ansatzes.
  • Transferfunktion: Die Kompetenzzentren nutzen ihr Wissen und ihre Kenntnisse und stellen für die neuen Beratungsangebote wichtige Informationen zur Verfügung, insbesondere bezüglich der Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen vor Ort.
  • Vernetzungsfunktion: Die Kompetenzzentren nutzen ihre regionalen und überregionalen Netzwerke und Kontakte, um die zu schaffenden Beratungsangebote vor Ort bekannt zu machen, zu bewerben und zu etablieren.
  • Entwicklungsfunktion: Die Kompetenzzentren nutzen ihr Verständnis und ihre Erfahrung von Inklusion und Selbstbestimmten Leben, um sicherzustellen, dass die zu schaffenden Beratungsangebote im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention agieren.
Karin Hammermann

Karin Hammermann

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