PB-Mehr als Geld - Logo der Kampagne zum Persönlichen Budget

Das Persönliche Budget – Mehr als Geld.

Mit der Einführung des „Persönlichen Budgets“ (PB) am 01.07.2001 wurde eine wichtige Möglichkeit für Menschen mit Behinderungen geschaffen, anstelle von Dienst- und Sachleistungen ein Persönliches Budget für ihre Teilhabeleistungen zu wählen. Sie können damit ihren Lebensraum aktiv mitgestalten und selbstbestimmt über die ihnen zustehenden Leistungen zur Teilhabe entscheiden. Seit dem 01.01.2008 besteht ein Rechtsanspruch auf Leistungen in Form des Persönlichen Budgets. Das Persönliche Budget ist heute ein zentrales Instrument zur Gestaltung eines selbstbestimmten Lebens für Menschen mit Behinderungen.

17 Jahre nach Einführung des Persönlichen Budgets wird es allerdings noch verhältnismäßig selten genutzt, was auch auf ein großes Informationsdefizit im Beratungsprozess zurückzuführen ist. Viele Anspruchsberechtigte wissen gar nicht, dass es ein persönliches Budget gibt und viele Beratende sind in der Handhabung dieses Instrumentes noch zu unsicher und empfehlen es daher eher zurückhaltend. Die Landesregierung sieht hier entsprechenden Handlungsbedarf und fordert im aktuellen Koalitionsvertrag: „Das Instrument des persönlichen Budgets soll mit Hilfe vereinfachter Verfahren und qualifizierter Beratung weiterverbreitet werden.“ (Koalitionsvertrag für NRW 2017-2022, S. 102)

Aus diesen Gründen haben die Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben das Thema ‚Persönliches Budget‘ zu ihrem übergreifenden Arbeitsschwerpunkt im Jahr 2018 gemacht. 

 

 

Kampagne ‚Persönliches Budget - Mehr als Geld.‘

Mit der Kampagne ‚Persönliches Budget -  Mehr als Geld.‘ wollen die KSL das Persönliche Budget bekannter machen und für eine bessere Akzeptanz dieser Leistungsform werben.

Die Kampagne hat folgende Bestandteile:

 

Auftakt - Fachtag am 26. April 2018 in Gelsenkirchen

Am 26.04.2018 fand im Wissenschaftspark Gelsenkirchen der Fachtag ‚Persönliches Budget - Mehr als Geld.‘ statt. Die Fachveranstaltung war zugleich der Auftakt zur gleichnamigen KSL-Kampagne. Mehr als 200 Besucherinnen und Besucher konnten sich über die aktuellen Entwicklungen zum Persönlichen Budget informieren, sich miteinander vernetzen und gemeinsam erste Ideen zu einer Stärkung des Persönlichen Budgets entwickeln.

Der Fachtag wurde von den Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben und deren Koordinierungsstelle in enger Kooperation mit den beiden nordrhein-westfälischen Landschaftsverbänden (LWL und LVR) und dem Regionalen Beratungsnetzwerk der BAG Persönliches Budget e.V. organisiert und durchgeführt.

In der Eröffnungsrede betonte das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) die große Bedeutung des Persönlichen Budgets für das selbstbestimmte Leben von Menschen mit Behinderungen.

Wie wichtig ein Persönliches Budget für ein selbstbestimmtes Leben ist, führten fünf Menschen mit Behinderung dem Publikum eindrücklich vor Augen. Sie äußerten sich jedoch auch über den langen Weg zum Budget. Dennoch „Es lohnt sich“, ist sich Pierre Rangosch als PB-Nutzer sicher – und ist nicht der Einzige. „Das hat mit Würde zu tun“, findet Eva Kerstin-Rader, die ebenfalls ein Persönliches Budget erhält, um ihren Beruf auszuüben. Sie sagte jedoch auch: „Ich habe erst sehr spät vom Persönlichen Budget erfahren und ich möchte, dass sich das ändert“.

Die beiden Landschaftsverbände stellten klar, dass sie das Persönliche Budget voranbringen und möglichst viele Bewilligungsbarrieren abbauen wollen. Die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen betonte, dass das Persönliche Budget sehr wohl nicht unbedingt eine Belastung sondern vielmehr eine Chance für die bewilligende Verwaltung darstellen kann. Welche Vorurteile, falsche Annahmen und Schwierigkeiten mit dem Persönlichen Budget verbunden sind und welche Lösungen es dafür gibt stellten die Bundesarbeitsgemeinschaft Persönliches Budget e.V. und die Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben in ihren beiden Statements dar.

Im Anschluss an diesen fachlichen Informationsteil wurde die Möglichkeit zu Austausch und Vernetzung an den Ständen der Ausrichter intensiv wahrgenommen. Die darauffolgende kurze Podiumsdiskussion nutzten alle Beteiligten um zu betonen, wie wichtig die Stärkung des Persönlichen Budgets ist und das die geplanten regionalen Praxisdialoge ein gutes Instrument seien um dieses Ziel in die Tat umzusetzen. Als krönender Abschluss der Veranstaltung wurde dann die KSL-Wanderausstellung feierlich enthüllt.

Hier geht es zur Dokumentation des Fachtags...

Hier geht es zur Bildergalerie...

Auftaktveranstaltung der Kampagne PB - Interview mit einer PB Nehmerin auf der Bühne

Wanderausstellung - ‚Persönliches Budget - Mehr als Geld.‘

Die Wanderausstellung stellt eine gelungene Mischung aus fachlicher Information und persönlicher Erfahrung dar. Anschaulich und motivierend präsentiert sie kurze Biographien von Menschen, die das Persönliche Budget im Rahmen einer selbstbestimmten Lebensführung nutzen.
Sie können die Wanderausstellung kostenlos bei der Koordinierungsstelle der KSL buchen: Stellen Sie Ihre unverbindliche Anfrage unter ksl@nrwps.de oder 0209 95 66 00 11

Hier geht es zu den Texten und Bildern der Wanderausstellung.
 

Zu folgenden Terminen wird die KSL-Wanderausstellung zum Persönlichen Budget präsentiert.
 

Sie sind herzlich eingeladen!
 

Dienstag, 11. September bis Freitag, 21. September 2018
Täglich von 08.00 bis 17.00 Uhr (freier Rundgang)
Neues Rathaus, Klosterstraße 14, 48431 Rheine, Foyer und 1. OG (barrierefrei)
Der Eintritt ist frei.

Montag, 8. Oktober bis Sonntag, 14. Oktober
Troyesweg 9, Soest
Der Eintritt ist frei

Dienstag, 16. Oktober 2018, 17:00 Uhr
Eröffnungsveranstaltung KulturTandem mit Lesung
Sammlung Philara, Birkenstr. 47,  Düsseldorf-Flingern
Der Eintritt ist frei.

Freitag, 19. Oktober 2018, 10:00 bis 18:00 Uhr
Deutscher Schwerhörigenbund e. V., Selbsthilfetag
Hotel Franz, Steeler Straße 261, 45138 Essen
Der Eintritt ist frei.

Montag, 22. Oktober 2018, ab 16:00 Uhr
Chancen und Möglichkeiten des Persönlichen Budgets
VHS Düsseldorf, Bertha-von-Suttner-Platz 1, 40227 Düsseldorf
Der Eintritt ist frei

Dienstag, 23. Oktober 2018, 14:00 bis 18:00 Uhr
Veranstaltung zum Persönlichen Budget
Kapitelsaal in der Kartäuserkirche
in der Kölner Südstadt, Kartäusergasse 7B, 50678 Köln
Der Eintritt ist frei.

Mittwoch, 24. Oktober 2018, 14:00 bis 17:00 Uhr
"Gemeinsam Weichen stellen! - Das Persönliche Budget unterwegs"
Bürgerzentrum Bahnhof Arnsberg
Clemens-August-Str. 116, 59821 Arnsberg
Der Eintritt ist frei.

Donnerstag, 25. Oktober 2018, 16:30 bis 19:30 Uhr
Tag des Persönlichen Budgets
Kulturschmiede der GBS
Friedrich-Ebert-Str.3, 48268 Greven
Der Eintritt ist frei.

Freitag, 26. Oktober 2018, 11:00 bis 15:00 Uhr
Infoveranstaltung zum Persönlichen Budget
Rathaus Bielefeld, Ratssaal, Niederwall 23, 33602 Bielefeld
Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung wird noch bis zum 2. November im Rathaus Bielefeld präsentiert!

 

Montag, 5. November bis Freitag, 9. November 2018
Eröffnungsveranstaltung mit Bürgermeister Peter Vennemeyer
am 5. November um 14:00 Uhr im Rathaus Greven
Rathausstraße 6, 48268 Greven
Der Eintritt ist frei.

Montag, 12. November bis Freitag, 16. November 2018
Veranstalter: Behindertenbeirat Gladbeck
Eröffnungsveranstaltung am 13. November, 11:00 bis 14:00 Uhr
Stadtbücherei Gladbeck
Friedrich-Ebert-Str. 8, 45964 Gladbeck
Der Eintritt ist frei.

Montag, 26. November 2018, 11:00 bis 17:00 Uhr
Auftakt zur Wanderausstellung im Kreis Recklinghausen
EUTB PariSozial Emscher-Lippe
Oerweg 38, Recklinghausen
Der Eintritt ist frei.

Dienstag, 27. November 2018, 14:00 bis 18:00 Uhr
EUTB Ernst-Lossa-Haus e. V.
Rekumerstr. 6, Haltern am See
Der Eintritt ist frei.

Mittwoch, 28. November 2018, 14:00 bis 18:00 Uhr
EUTB Lebenshilfe Dorsten
Suibertusstr. 14, Dorsten
Der Eintritt ist frei.

Donnerstag, 29. November 2018, 14:00 bis 18:00 Uhr
EUTB Lebenshilfe
Weißenburgstr. 2, Recklinghausen
Der Eintritt ist frei

Freitag, 30. November 2018, 13:00 bis 18:00 Uhr
EUTB Lebenshilfe
Kukelke 3, Waltrop
Der Eintritt ist frei.

Regionale Praxisdialoge - Vernetzung vor Ort

Um die Beantragung und Umsetzung Persönlicher Budgets auf regionaler Ebene zu verbessern und zu stärken ist es notwendig, regionalspezifische Problemlagen zu identifizieren und zu beheben. Die Praxisdialoge sollen dazu beitragen, das gegenseitige Verständnis und die offene Zusammenarbeit von Budgetnutzenden, Kostenträgern und Beratenden als Experten und Expertinnen zum Thema Persönliches Budget zu fördern. Die KSL werden diese Dialoge moderieren.

Mehr zu den Regionalen Praxisdialogen finden Sie in Kürze hier.

Informationsbroschüre zum Persönlichen Budget

Die erste Ausgabe der Reihe KSL KONKRET ist jetzt druckfrisch erhältlich:

KSL KONKRET #1
Das Persönliche Budget
Ein Weg zu mehr Selbstbestimmung

KSL KONKRET #1 bietet in kompakter Form einen Überblick über das Persönliche Budget. Die Broschüre enthält sowohl gesetzliche Grundlagen als auch praktische Tipps zur Antragstellung und wendet sich an alle, die mehr über das Persönliche Budget erfahren möchten.

KSL Konkret #1 enthält folgende Kapitel:

  1. Persönliches Budget – mehr als Geld
  2. Leistungsanspruch und Antragsverfahren
  3. Budgetfähige Leistungen
  4. Der Antrag auf ein Persönliches Budget
  5. Die Zielvereinbarung
  6. Das Arbeitgebermodell – Persönliche Assistenz
  7. Das trägerübergreifende Persönliche Budget
  8. Beratung zum Persönlichen Budget
  9. Anhang – Gesetzliche Grundlagen

Bestellwünsche bitte per E-Mail an: ksl@nrwps.de

Hier finden Sie die barrierefreie PDF-Fassung von KSL KONKRET #1:

Direkt zum download

 

 

Information und Erfahrungsaustausch standen im Mittelpunkt

 

PB on tour   PB on tour 7    PB on tour 8  PB on tour 9

 

„Wir wollen uns auf den Weg machen, in dieser Gesellschaft inklusiv zu sein. Das ist schwer und nicht nur ein Thema für Menschen mit Behinderungen allein. Es betrifft uns alle, und wir müssen alle darüber nachdenken … Es hat sich zwar in den vergangenen Jahren in den Köpfen etwas geändert, jedoch: Wir sind noch nicht soweit, dass es ganz leicht für alle ist. Aber das wollen wir auf den Weg bringen.“
Andrea Auner, Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft Persönliches Budget e. V.

 

Das Persönliche Budget ist mehr als Geld. Es ermöglicht Menschen mit Behinderung, die von ihnen benötigte Unterstützung entsprechend ihren eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen zu organisieren. Denn: Seit zehn Jahren gibt es diese gesetzlich verankerte Leistungsform. Die Nachfrage danach ist allerdings noch verhältnismäßig gering.

Das wollen die Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben Nordrhein-Westfalen (KSL NRW) ändern: mit einer mehrstufigen Kampagne aus Veranstaltungen, einer Wanderausstellung, einem Film und einer Broschüre soll das Persönliche Budget bekannter und stärker genutzt werden.

Das Persönliche Budget geht auf Reisen

Ende Oktober 2018 reiste die Kampagne im Rahmen der Aktionswoche „PB on tour“ durch Nordrhein-Westfalen. In dieser Zeit veranstalteten die Kompetenzzentren Informationstage zum Persönlichen Budget in Essen, Düsseldorf, Köln, Arnsberg, Greven und Bielefeld. Dabei ging es vor allem darum, zu erklären, wie man das Persönliche Budget verwenden kann, welche Vorteile es bietet, aber auch worauf man achten muss, wenn man diese Leistungsform beantragen will (Sieben Schritte zum Persönlichen Budget).

Die Kampagne wurde in Kooperation mit den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe sowie der Landesarbeitsgemeinschaft Persönliches Budget NRW entwickelt und von den KSL umgesetzt. Die Veranstaltungen richteten sich an potenzielle Budgetnutzende, Leistungsträger und -anbieter, Beratungsstellen und alle weiteren am Persönlichen Budget Interessierten.

Es gab viele Möglichkeiten, sich zu informieren

Eingestimmt wurden die Teilnehmer jeweils mit dem extra für die Kampagne produzierten Video, in dem Budgetnutzende und deren Assistenzen über ihre Erfahrungen mit dem Persönlichen Budget berichteten. Die Wanderausstellung gab die Möglichkeit, die Aussagen aus dem Film auf großformatigen Plakataufstellern noch einmal nachzulesen. Wer noch tiefer in die Materie einsteigen wollte, konnte die neue Broschüre der KSL zum Persönlichen Budget gleich mitnehmen.

Im Mittelpunkt aber standen der Erfahrungsaustausch und die Diskussionen mit Budgetnutzenden, Leistungsträgern und -anbietern, was von den insgesamt rund 700 Teilnehmenden aller Veranstaltungen ausführlich genutzt wurde.

Dialoge vor Ort setzen die Kampagne fort

Die nächste Stufe der Kampagne wird bereits gezündet: Regionale Praxisdialoge sollen dazu beitragen, das gegenseitige Verständnis und die offene Zusammenarbeit von Budgetnutzenden, Kostenträgern und Beratenden als Experten und Expertinnen zum Thema Persönliches Budget zu fördern.

 

„Das Persönliche Budget ist heute noch ein großes Fragezeichen: Was kann ich damit tun? Was kann ich damit erreichen? Ich glaube, durch das Bundesteilhabegesetzt und all die neuen Reformen, die wir in der Behindertenhilfe haben, wird das stärker wie je zuvor. Also in zehn Jahren brauchen wir nicht mehr zu fragen: ,Was ist das Persönliche Budget?‘, sondern ,Ich hätte gern das Persönliche Budget‘“.
Claudia Middendorf, die Beauftragte der nordrhein-westfälischen Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten

 

Weitere Eindrücke von den Veranstaltungen der Aktionswoche zum Persönlichen Budget in Essen, Düsseldorf, Köln, Arnsberg, Greven und Bielefeld gibt es in unseren Bildergalerien.

 

 

Serviceangebot - Regionale Veranstaltungen und Vorträge zum Persönlichen Budget

Parallel zu den aufgeführten Veranstaltungen, führen die KSL individuelle Vorträge, Workshops und Schulungen zum Persönlichen Budget durch. Bei Interesse an einer solchen Veranstaltung, wenden Sie sich bitte an das Kompetenzzentrum in Ihrem Regierungsbezirk.

 

 

Ansprechpartnerin der Koordinierungsstelle:

Karin Hammermann

02 09/95 66 00-27
02 09/95 66 00-55
Karin.Hammermann [at] nrw-projektsoziales.de

Munscheidstr. 14

45886 Gelsenkirchen