Katja Fellenberg

„Ich arbeite, zahle Steuern, Sozialabgaben, leiste etwas und schaffe krisenfeste Arbeitsplätze – und trotzdem bin ich von wirtschaftlichem Abstieg bedroht.“

34 Jahre, in Teilzeit berufstätig, erhält seit fast acht Jahren ihre Leistungen als Persönliches Budget für eine 24-Stunden-Assistenz.

Katja Fellenberg hat als Arbeitgeberin elf sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse geschaffen. Mithilfe des Assistenzmodells kann sie wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und sich frei entscheiden, was sie wann, wie und wo machen möchte. „Mit einem Pflegedienst wäre das alles nicht gegangen“, ist sie sich sicher. Katja Fellenberg schätzt die Freiheit, die ihr das Persönliche Budget ermöglicht, ärgert sich aber auch gleichzeitig über die einkommensabhängige Bewilligung: „Ich arbeite, zahle Steuern, Sozialabgaben, leiste etwas und schaffe krisenfeste Arbeitsplätze – und trotzdem bin ich von wirtschaftlichem Abstieg bedroht.“ Auch das in ihrem Fall „langwierige Bewilligungsverfahren“ ärgert sie. Sie wurde von einem auf den anderen Tag hilfs- und pflegebedürftig.

Katja Fellenberg im Interview

„Wenn ich nachts um drei ins Bett gehe und morgens um sechs Uhr wieder aufstehen muss, dann ist das meine Entscheidung.“

Die Umsetzung des Persönlichen Budgets hat drei Monate gedauert. Während dieser Zeit war ihre Versorgung nicht sichergestellt.

Katja Fellenberg mit ihrer Assistenz

„Da wo ich hingehe, dahin folgt mir meine Assistenz.“

Doch trotz der Ärgernisse würde Katja Fellenberg das Persönliche Budget immer wieder beantragen. „Der Weg ist nicht leicht, aber er lohnt sich“, ist sie überzeugt. Außerdem: „Was wäre denn meine Alternative? Ich müsste in einer Einrichtung leben oder mit einem Pflegedienst, und das wäre für mich kein Leben mehr.“